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Steuern & Finanzen

Deutschlandticket als Pendler von der Steuer absetzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

30. April 2026

Deutschlandticket als Pendler von der Steuer absetzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

Deutschlandticket als Pendler von der Steuer absetzen – Die komplette Anleitung 2026

Das Deutschlandticket kostet 63 Euro pro Monat – aber als Pendler können Sie einen Teil davon vom Finanzamt zurückholen. Doch Achtung: Die Regelungen rund um die Pendlerpauschale, Entfernungspauschale und das Deutschlandticket sind komplex. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, welche Optionen Sie haben, wie Sie das Deutschlandticket in der Steuererklärung angeben und wo Fallstricke lauern.

Warum Pendler das Deutschlandticket steuerlich geltend machen sollten

Wer regelmäßig zur Arbeit pendelt, kann Fahrtkosten als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung absetzen. Mit dem Deutschlandticket auf Deutschland-Ticket erhalten Sie Zugang zum gesamten öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland – Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge (IRE, RE, RB). Doch steuerlich gibt es zwei verschiedene Wege, die nicht kombiniert werden können:

  • Entfernungspauschale (0,30 € pro Kilometer für die einfache Strecke)
  • Tatsächliche Fahrtkosten (z. B. das Deutschlandticket)

Die Entscheidung, welche Methode lukrativer ist, hängt von Ihrer Pendelstrecke ab.

Entfernungspauschale vs. Deutschlandticket – Was bringt mehr?

Die Entfernungspauschale berechnen

Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 Euro für jeden vollen Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dabei wird nur die einfache Strecke berücksichtigt, unabhängig davon, ob Sie hin- und zurückfahren.

Beispielrechnung:

  • Einfache Entfernung: 25 km
  • Arbeitstage im Jahr: 220
  • Pauschale: 0,30 € × 25 km × 220 Tage = 1.650 €

Die tatsächlichen Kosten mit dem Deutschlandticket

Das Deutschlandticket kostet 63 € × 12 = 756 € im Jahr. Wenn Sie ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel nutzen und kein Auto für den Arbeitsweg fahren, können Sie die tatsächlichen Kosten ansetzen.

Vergleich bei 25 km einfacher Strecke:

  • Entfernungspauschale: 1.650 €
  • Deutschlandticket: 756 €
  • Ergebnis: Die Entfernungspauschale ist deutlich günstiger!

Vergleich bei 8 km einfacher Strecke:

  • Entfernungspauschale: 0,30 € × 8 km × 220 Tage = 528 €
  • Deutschlandticket: 756 €
  • Ergebnis: Das Deutschlandticket bringt mehr Werbungskosten!

Faustregel

Pendelstrecke (einfach) Bessere Option
Unter ~11 km Deutschlandticket
Über ~11 km Entfernungspauschale

Der genaue Schwellenwert hängt von der Anzahl Ihrer Arbeitstage ab. Bei 220 Arbeitstagen liegt er bei ca. 11,5 km.

So tragen Sie das Deutschlandticket in die Steuererklärung ein

Schritt 1: Werbungskosten ausfüllen

In Anlage N der Einkommensteuererklärung tragen Sie Ihre Fahrtkosten im Bereich „Fahrtkosten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte" ein.

Schritt 2: Die richtige Methode wählen

Wenn Sie das Deutschlandticket als tatsächliche Kosten geltend machen möchten:

  1. Wählen Sie „Tatsächliche Fahrtkosten" anstelle der Entfernungspauschale
  2. Tragen Sie die Jahreskosten ein: 63 € × Monate = Gesamtkosten
  3. Achtung: Sie müssen nachweisen können, dass Sie das Ticket für den Arbeitsweg genutzt haben

Schritt 3: Belege aufbewahren

Bewahren Sie folgende Unterlagen auf:

  • Bestätigung des Deutschlandticket-Abos (z. B. von TicketPlus+ oder Ihrem Verkehrsverbund)
  • Kontoauszüge mit den monatlichen Abbuchungen
  • Ggf. Bescheinigung des Arbeitgebers über den Fahrtweg

Wichtig: Elektronische Fahrkarten anerkannt

Das Deutschlandticket wird als elektronische Fahrkarte (eTicket) über eine App oder Chipkarte genutzt. Das Finanzamt erkennt elektronische Tickets problemlos an – sofern Sie die Bestätigung oder Rechnung vorlegen können.

Häufige Fehler und Fallstricke

Fehler 1: Entfernungspauschale und Deutschlandticket kombinieren

Das ist nicht möglich. Sie müssen sich für eine Methode entscheiden. Wer die Entfernungspauschale beansprucht, kann das Deutschlandticket nicht zusätzlich als Werbungskosten absetzen – und umgekehrt.

Fehler 2: Arbeitgeberzuschuss vergessen

Wenn Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zum Deutschlandticket zahlt (bis zu 63 €/Monat steuerfrei nach § 3 Nr. 15 EStG), müssen Sie diesen von den absetzbaren Kosten abziehen. Der Zuschuss mindert die Werbungskosten.

Bei Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) ist die Situation anders: Hier zahlen Sie das Ticket aus dem Bruttogehalt, was automatisch Ihre Steuerlast senkt. Das netto nur noch ca. 38 € kostet. Mehr dazu in unserem Artikel zur Jobticket Entgeltumwandlung mit Rechenbeispiel.

Fehler 3: Keine Nachweise aufbewahren

Das Finanzamt kann die Kosten nur anerkennen, wenn Sie Belege vorlegen. Bewahren Sie alle Bestätigungen mindestens 5 Jahre auf.

Sonderfälle: Wann die Regeln anders sind

Mehrfache Tätigkeitsstätten

Haben Sie mehrere regelmäßige Arbeitsstellen? Dann können Sie für jede Strecke die Entfernungspauschale berechnen. Das Deutschlandticket deckt alle Strecken ab – hier ist es oft die bessere Wahl.

Homeoffice und gelegentliche Pendler

Arbeiten Sie teilweise im Homeoffice? Dann reduzieren sich Ihre Pendeltage. Die Entfernungspauschale gilt nur für Tage, an denen Sie tatsächlich zur Arbeitsstätte fahren. Das Deutschlandticket kann sich hier lohnen, wenn die monatlichen Kosten niedriger sind als die pauschalen Kosten für die tatsächlich gefahrenen Tage.

Azubis und Studenten

Auszubildende und Studierende können ebenfalls Fahrtkosten absetzen. Für Azubis gilt: Die Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Ausbildungsbetrieb sind absetzbar. Studenten können die Kosten für Fahrten zur Universität geltend machen – allerdings als Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG) oder bei einem Minijob als Werbungskosten.

Entfernungspauschale 2026 – Aktuelle Regelungen

Seit 2022 beträgt die Entfernungspauschale einheitlich 0,30 € für alle Kilometer – unabhängig von der Gesamtdistanz. Der bis 2021 geltende höhere Satz ab dem 21. Kilometer wurde abgeschafft. Für 2026 gilt weiterhin 0,30 € pro Entfernungskilometer.

Zudem gilt die Kurzarbeit-Regel: Auch bei Kurzarbeit können Sie die vollen Fahrtkosten für die Tage ansetzen, an denen Sie tatsächlich arbeiten.

Deutschlandticket über den Arbeitgeber – Der steuerlich attraktivste Weg

Der steuerlich attraktivste Weg zum Deutschlandticket führt über den Arbeitgeber. Mit der Gehaltsumwandlung (Entgeltumwandlung) zahlen Sie das Ticket aus dem Bruttogehalt:

  • Bruttopreis: 63 €
  • Netto-Belastung: ca. 38 € (bei Steuerklasse III) bis ca. 43 € (bei Steuerklasse I)
  • Steuerersparnis: 20–25 € pro Monat

Zusätzlich profitiert der Arbeitgeber: Das Jobticket ist sozialversicherungsfrei und wird nicht als geldwerter Vorteil versteuert. Es reduziert die Lohnnebenkosten.

Wenn Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt (z. B. 25 €/Monat), sinken Ihre effektiven Kosten weiter auf ca. 13–18 € netto. Erfahren Sie hier mehr über den Arbeitgeberzuschuss zum Deutschlandticket.

Pendlerpauschale und Deutschlandticket clever kombinieren

Auch wenn Sie Entfernungspauschale und Deutschlandticket nicht gleichzeitig für dieselbe Strecke absetzen können, gibt es Kombinationsmöglichkeiten:

  1. Deutschlandticket für den Arbeitsweg + Entfernungspauschale für andere dienstliche Fahrten – Dienstfahrten zu Kunden, Messen oder Fortbildungen können separat abgerechnet werden
  2. Deutschlandticket als tatsächliche Kosten + Dienstwagenbesteuerung für private Fahrten – Wenn Sie einen Dienstwagen haben und zusätzlich das Deutschlandticket nutzen

Checkliste: Deutschlandticket steuerlich optimal nutzen

  • Pendelstrecke berechnen: Liegt sie unter 11 km? Dann Deutschlandticket als tatsächliche Kosten ansetzen
  • Pendelstrecke über 11 km? Entfernungspauschale vergleichen
  • Arbeitgeber nach Gehaltsumwandlung oder Zuschuss fragen
  • Alle Belege und Rechnungen aufbewahren
  • Steuererklärung rechtzeitig einreichen (bis 31. Juli für das Vorjahr)
  • Bei Unklarheiten Steuerberater konsultieren

Fazit

Das Deutschlandticket lässt sich als Pendler steuerlich geltend machen – aber die optimale Strategie hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Kurzstreckenpendler profitieren oft von den tatsächlichen Kosten des Deutschlandtickets, während Langstreckenpendler mit der Entfernungspauschale besser fahren. Der attraktivste Weg ist und bleibt das Deutschlandticket über den Arbeitgeber mit Entgeltumwandlung – da sparen Sie Steuern und Sozialabgaben, ohne einen Cent in der Steuererklärung extra angeben zu müssen.

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