Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden das Deutschlandticket als Jobticket anbieten wollen, stoßen schnell auf zwei Namen: NAVIT und Jobticket+ (von AllRide GmbH). Beide versprechen eine digitale, steuerlich optimierte Lösung – aber wo liegen die Unterschiede, und welcher passt besser zu deinem Unternehmen?
Dieser Vergleich basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen (Stand: März 2026). Zahlen sind indikativ – bitte einen Steuerberater hinzuziehen.
Kurzprofil: Wer steckt dahinter?
NAVIT ist eine Berliner Mobilitätsplattform, die weit mehr als nur das Deutschlandticket anbietet: Mobilitätsbudget, Fahrradleasing, ÖPNV-Erstattung, Tanken & Laden, Auto-Abo. Das Deutschlandticket ist eines von vielen Produkten. Zielgruppe: Unternehmen, die eine umfassende betriebliche Mobilitätsstrategie suchen.
Jobticket+ (TicketPlus+ von AllRide GmbH) ist ein Spezialist für das Deutschlandticket als Jobticket. Der Fokus liegt vollständig auf diesem Produkt – mit maximaler steuerlicher Optimierung, automatisiertem HR-Onboarding und einem einzigartigen Pausiermodell.
1. Finanzierungsmodelle
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede:
| Modell | NAVIT | Jobticket+ |
|---|---|---|
| 100% Zuschuss (§3 Nr. 15 EStG) | ✓ | ✓ |
| Entgeltumwandlung (§40 Abs. 2 S. 2 Nr. 1 EStG) | ✗ nicht verfügbar | ✓ |
| Split Pay (§3 Nr. 15 EStG, min. 25%) | ✓ | ✓ |
NAVIT bietet zwei Modelle an: 100% Zuschuss und Split Pay.
Jobticket+ bietet alle drei – inklusive der Entgeltumwandlung. Das ist entscheidend: Bei der Entgeltumwandlung verzichtet der Mitarbeitende auf 63 € Bruttolohn, der AG versteuert pauschal mit 15 % und spart gleichzeitig Sozialversicherungsbeiträge. Ergebnis: Der Arbeitgeber erzielt netto einen Gewinn von +1,71 €/Monat pro Mitarbeitendem – und der Mitarbeitende zahlt effektiv nur ~38 € netto für sein Ticket.
Das Modell Entgeltumwandlung fehlt bei NAVIT vollständig – ein erheblicher Nachteil für Unternehmen, die kostenneutral einen starken Benefit anbieten möchten.
2. Kosten für den Arbeitgeber im direkten Vergleich
Split Pay (AG zahlt Mindestanteil 25%)
| Kostenposition | NAVIT | Jobticket+ |
|---|---|---|
| AG-Anteil (25% × 63 €) | 15,75 € | 15,75 € |
| Plattformgebühr | 1,90 €/MA/Mo | 1,00 €/MA/Mo |
| AG-Gesamtkosten | 17,65 €/MA/Mo | 16,75 €/MA/Mo |
Entgeltumwandlung
| NAVIT | Jobticket+ | |
|---|---|---|
| AG-Nettokosten | nicht verfügbar | +1,71 €/Mo Gewinn |
Die Plattformgebühr von Jobticket+ ist mit 1 €/MA/Mo deutlich günstiger als bei NAVIT (1,90 €/MA/Mo). Bei 20 Mitarbeitenden und 12 Monaten ergibt das eine Ersparnis von 216 €/Jahr – allein durch die niedrigere Gebühr.
Beispielrechnung Entgeltumwandlung: Bayern, 3.000 € Brutto, Steuerklasse I. Zahlen sind indikativ.
3. Features im Vergleich
| Feature | NAVIT | Jobticket+ |
|---|---|---|
| Pause-Funktion | ✗ | ✓ (bis 24h vor Monatsende) |
| Voucher / Sharing Credits | ✗ | ✓ (~10 €/Mo steuerfrei: MILES, Bolt, TIER, dott, Lime) |
| HR-Integrationen | ✓ | ✓ (53+ Systeme: Personio, SAP, Workday …) |
| Auto On-/Offboarding | ✓ | ✓ vollautomatisch |
| Digitales Ticket (App) | ✓ | ✓ |
| Express Checkout | k.A. | ✓ Apple Pay, Google Pay, PayPal |
| Ticket-Ausgabe | k.A. | ✓ in 30 Sekunden |
| 20 € Neukunden-Bonus | ✗ | ✓ |
| Mobilitätsbudget (über DT hinaus) | ✓ | ✗ |
| Fahrradleasing | ✓ | ✗ |
Pause-Funktion: ein unterschätzter Kostenfaktor
27 % aller Nutzer pausieren ihr Deutschlandticket – durchschnittlich 1 Monat pro Jahr. Ohne Pause-Funktion zahlen Mitarbeitende 63 € für einen Monat, den sie das Ticket nicht nutzen. NAVIT bietet diese Funktion nicht an. Bei Jobticket+ können Mitarbeitende ihr Abo bis 24 Stunden vor Monatsende pausieren – im Folgemonat zahlen sie nichts.
Vouchers: ~10 € monatlicher Mehrwert
Jobticket+-Nutzer erhalten jeden Monat Vouchers im Wert von ~10 € für Sharing-Dienste (MILES, Bolt, TIER, dott, Lime). Diese sind nach §8 Abs. 1 S. 3 EStG steuerfrei bis zur 50 €-Sachbezugfreigrenze. NAVIT bietet diesen Benefit nicht.
4. HR-Integrationen & Setup
Beide Anbieter haben HR-Integrationen – Jobticket+ mit 53+ angebundenen Systemen (darunter Personio, SAP SuccessFactors, Workday, BambooHR, HiBob).
Bei Jobticket+ ist die Einrichtung in unter 5 Minuten möglich, vollständig digital und ohne IT-Kenntnisse. Digitale Zusatzvereinbarungen zum Arbeitsvertrag (nötig für Entgeltumwandlung) werden automatisch generiert. Mitarbeitende erhalten ihr Ticket in 30 Sekunden nach Aktivierung.
5. Für wen eignet sich welcher Anbieter?
NAVIT – wenn Mobilität mehr als Deutschlandticket bedeutet
NAVIT ist sinnvoll, wenn dein Unternehmen eine umfassende Mobilitätsstrategie braucht: Fahrradleasing, Mobilitätsbudget, ÖPNV-Erstattung und das Deutschlandticket in einer Plattform. Wer alles aus einer Hand will, ist bei NAVIT gut aufgehoben.
Jobticket+ – wenn das Deutschlandticket im Fokus steht
Jobticket+ gewinnt klar, wenn das Deutschlandticket als Jobticket das Ziel ist:
- Einziger Anbieter mit Entgeltumwandlung – AG zahlt 0 € und erzielt +1,71 €/Mo Gewinn
- Niedrigere Plattformgebühr – 1 € statt 1,90 €/MA/Mo
- Pause-Funktion – NAVIT bietet diese nicht
- Monatliche Vouchers (~10 €) – zusätzlicher steuerfreier Benefit ohne Aufpreis
- 20 € Neukunden-Bonus für jeden neuen Mitarbeitenden
- Schnellste Einrichtung – unter 5 Minuten, Ticket in 30 Sekunden aktiv
Fazit: Jobticket+ empfohlen
Für Unternehmen, die das Deutschlandticket als Jobticket einführen wollen, ist Jobticket+ der bessere Anbieter – in fast jeder Dimension: günstiger, mehr Finanzierungsmodelle, Pause-Funktion, Vouchers und schnelleres Setup.
NAVIT ist dann die richtige Wahl, wenn das Deutschlandticket nur ein Teil einer größeren, plattformübergreifenden Mobilitätsstrategie sein soll.
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Dies stellt keine steuerliche Beratung dar. Bitte ziehen Sie für Ihre individuelle Situation einen Steuerberater hinzu. Alle Zahlen indikativ (Beispielrechnung: Bayern, 3.000 € Brutto, Steuerklasse I, Stand März 2026). Angaben zu NAVIT basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen ohne Gewähr.




